Muggenhof - mit Doos

Statistischer Bezirk im Norden vom Westen, also fast echt Westend; rund 2.200 EW (1998)

Entlang der Schiene Fürth Nürnberg und beidseits der Fürther Straße war schon immer viel Platz für Ausländer. Der Anteil liegt hier über 45 %. Die Mietwohnbebauung ist nicht zu dicht, weil auch allerhand Firmen hier angesiedelt sind. Die Lärmbelästigung ist an einigen Stellen enorm, auch durch Güter- und U-Bahnverkehr (im Westen noch overground), Containerbetrieb und dergleichen. Hinzu kommen an manchen Tagen üble Gerüche durch das Wasserwerk Doos. Von Feinstaub wollen wir gar nicht erst sprechen.
Die nahe Pegnitz und die günstige Autobahnzufahrt mit Frankenschnellweg, auch die schnurgerade bis an die City heran führende Hauptstraße sind dagegen schon ein Plus.

Heizwerk am Straßenbahndepot NürnbergFürther Straße mit U-Bahn-Trasse in Nürnberg

Muggenhof

1377 erstmals urkundlich erwähnter Weiler am alten Verkehrsweg zwischen Nürnberg und Fürth (damals Königshof), dabei noch völlig verdreht geschrieben: Mugenhoff - also wahrscheinlich gar von der Hoffnung auf eine geile Mugge abgeleitet?
Vermutet wird die Anlage eines Hofes bereits im 11. Jh.. Bekannt wurde er durch das Bamberger Bier, ausgeschenkt ab 1464 durch einen Herrn von Leonrod. Da hatte es hier bereits drei Höfe gegeben.
M. gehörten 1753 noch zum Hofmarksgericht und Geleitsamt Fürth, kam 1808/18 mit dem übergang an das Königreich Bayern zur Gemeinde Höfen und wurde 1899 nach Nürnberg eingemeindet.
Noch 1818 sind für Muggenhof lediglich 7 Hauptgebäude und 8 Nebengebäude überliefert, ein Baubestand, den auch die Katasteruraufnahme von 1821 beschreibt. Auch heute weist das Areal zwischen Klärwerk und ehemaligen Straßenbahndepot im Süden noch einige erdgeschossige Fachwerkhäuser des 17./18. Jh. auf, wie sie ähnlich das Dorfbild des Nürnberger Umlandes zur reichsstädtischen Blütezeit prägten. Zudem finden sich auch noch einige Folgebauten des 19.Jh. - erdgeschossige Sandsteinbauten.
Mit Bau der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Fürth und Nürnberg wurde auch der rein dörfliche Charakter mit weiterer Bebauung zurück gedrängt. Nahe der Bahnstrecke entstand Mitte des 19. Jh. ein Gasthaus mit Wirtsgarten, das inzwischen durch einen erweiterten Bau ersetzt wurde, aber an traditionelle Wege zu bedeutenden Gebäuden festhält.
Der U-Bahnhof Muggenhof besteht seit 1982, vorher gab es seit 1970 noch Straßenbahnbetrieb.

Doos

Doos Wasserwerk NürnbergDoos reicht an die Stadtgrenze zu Fürth und erstreckt sich zwischen Pegnitz, Ringbahn und Frankenschnellweg.

Schon seit 1427 bestand die steinerne Brück "zum Those" bzw. an der "Dosse" über die hier tosende Pegnitz, hochwichtig für die alte Handelsroute von Nürnberg über Fürth nach Würzburg und Frankfurt/Main, jh.lang auch strategisch bedeutsam. 1963 wurde sie durch die Kurgartenbrücke ersetzt.
Eine Mühle stand am am südlichen Pegnitzufer, etwa da wo der Frankenschnellweg über die Schnellfluss-Pegnitz führt. Diese Mühle hatte 1464 einen Hammer, eine Sägerei und Schleifräder. Hinzu kam sicher noch eine Mahlmühle für die Anwohner. Das Hammerwerk wurde 1560 von einem Kaufmann Wolf Kern aus Nürnberg gekauft und mit einem im Zweiten Markgrafenkrieg (1552/54) zerstörten Patriziersitz von Hans Nützel wieder zum Bürgersitz Kernstein aufgebaut.

Weiter hat vor 1500 ein Messing- und Lahngoldhammer sowie Dooser Hof nahe der Pegnitz in Nürnbergein Drahtwerk am gegenüber liegenden (nördlichen) Ufer bestanden - nicht mit der Schnieglinger Mühle verwechseln! Von neun Rädern gingen 1509 vier Mahl- sowie je ein Schleif- und Polierrad an den Buchdrucker Anton Koberger über.
Eine Papiermühle war bald die logische Konsequenz (1623). Natürlich änderten sich Funktion der Mühlen und Hämmer im Laufe der Zeit immer mal. Ab 1728 waren die Inhaber des Messinghammers und der Papiermühle bestrebt, hier ein Spiegelglaswerk einzurichten, was Konkurrenz für die Nürnberger Spiegelwerke bedeutete und auf heftigen Widerstand traf. Doch 1751 lief die Glasproduktion in Doos an. Die jüdische Firma Büchenbacher aus Fürth produzierte hier bis in die NS-Zeit. Reste der Bauten sind am Niederweg 11/13 zu sehen.
Grundherrschaftlich unterstand Doos lange dem Heilig-Geist-Spital. Das Hochgericht wurde von Nürnberg ausgebt und von Cadolzburg bestritten.
1824 umfasste der Weiler sechs Anwesen mit 65 Bewohneren.
1808/18 bildete Doos mit Schniegling eine Gemeinde, die 1899 nach Nürnberg eingemeindet wurde.

Seit der 2. Hälfte des 19. Jh. war Doos mit einer eigenen Bahnstation an der "Fürther Kreuzung" an das Bahnnetz angeschlossen.
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Muggenhof und Doos im Westen von Nürnberg, Lage der Stadtteile im Stadtplan