Kraftshof - im Knoblauchsland

1269 erste urkundliche Erwähnung als "Craphteshof" (Hof eines Krafto) genannter Rodungsort im Knoblauchsland. Von den drei nacheinander erbauten Herrensitzen wurde der erste sog. Kressenstein 1449,
Die Kreß übten die Grundherrschaft über einen Großteil der Bauern im Dorf aus und erlangten die Dorfherrschaft.Kraftshof mit Wehrkirche St. Georg
Am Kressenstein  in Kraftshof, Stadtteil von NürnbergWohl 1305 begann die Nürnberger Patrizierfamilie Kreß mit dem Bau der Georgskirche.
Von einem Herrenhaus (14. Jh.?), 1403 von den Brüdern Konrad und Ulrich Kreß erworben und nach der Zerstörung im Ersten Markgrafenkrieg neu als Wasserschloss erbaut, blieb nur der Sandsteinsockel und eine Federzeichnung von Hans Bien aus dem Jahr 1620.

Nach der Verleihung des Titels "von Kressenstein" 1530 durch Karl V. (1519-56) ließ Hieronymus Kreß 1585 ein kleines Sommerhaus in Fachwerk erbauen, das nun den Namen "Kressenstein" erhielt und noch an der Kraftshofer Hauptstraße 185 steht.
bei weitem nicht das älteste, aber auch ein recht stattliches Bauernhaus aus 1808 an der Kraftshofer Hauptstraße in NürnbergJahrhunderte lang gab es Gezänk um die Ausübung des Hochgerichts. Darin waren sich Markgrafen und Reichststädter einig: Wer verurteilen durfte, war vor Verurteilung sicherer.

verirrt:
Zwischen 1644 und etwa 1670 trafen sich Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens noch im Poetenwäldchen an der Pegnitz, um aus der Betrachtung der Natur Einfälle zu schöpfen und einander Gedichte vorzulesen. 1676 gestalteten sie sich dazu den Irrhain im Sebalder Reichswald östlich bei Kraftshof zu einer großartigen barocken Gartenanlage. Sie ist nur noch als bescheidener Rest vorhanden und hat nichts mit dem unauffindbaren Irrgarten vom fast benachbarten Großgründlach zu tun.
Im Irrhain des Pegnesischen Blumenordens findet man mit etwas Spürsinn zwei klassizistische Denkmale von 1818: den Wieland-Obelisk und den Hesslin-Stein mit Urnenaufsatz.
Nachdem 2004 die Zuschauertribüne weiter aufgeschüttet wurde, fühlen sich auch Laiendichter ohne Publikum beim Vortrag ohne Publikum erhoben. Einfach probieren oder nur spazieren.

1796 kam Kraftshof an Preußen, 1810 an Bayern, war seit 1818 eigene politische Gemeinde, die 1930 nach Nürnberg eingemeindet wurde.

1824 lebten 409 EW in 60 Hauptgebäuden des Dorfes. Der dörflich beschauliche Charakter blieb, auch wenn die Großstadt weit heran rückte. Heute bildet K. den Statistischen Bezirk 76 mit rund 700 EW (1998) und 279 Wohngebäuden.
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Kraftshof in der Nordstadt von Nürnberg, Lage des Stadtteils im Stadtplan