Mächtiger Trinker mutiert zum Fischschwänzer

Tritonbrunnen am Maxplatz in Nürnberg

Ein fischgeschwänzter, wasserspeiender Mediterranier aus Stein thront in der muschelförmigen Schale, wühlt den Dutzendteich abwechseln auf und beruhigt ihn wieder. Er ist wortkarg und unstet, wurde schon am Piazza Barberini in Rom gesehen. Auch in vielen anderen Städten. Mehr als 100 Jahre brauchte er, um nach Nürnberg zu gelangen und die Botschaft vom Sieg Kaiser Leopold l. über die Türken bei Mohac zu dokumentieren. Vielleicht hatte Triton seinen Palast in Tunesien und war eigentlich Grieche und somit Freund der Türken, denen er einen friedlichen Weg nach Franken wies. Jedenfalls wird der Triton hier weitgehend toleriert. Anfangs hielt man ihn in einer schmiedeeisernen Umzäunung gefangen. Das war aber völlig überflüssig. 1806 schmolz man das Gitter ein, beglich damit einen Teil der reichsstädtischen Schulden.
Und Triton ist immer noch da und plantscht in erhabener Grazie herum. Seitdem ist der Meeresgott für jeden erreichbar, kein Unberührbarer. Das breite Brunnenbecken barocker Kurvenführung weist dafür sogar drei Stufen an der Basis auf.
Gut das du hier bist, Triton. Nur die vier Delphinen gehören ins Delphinarium oder noch besser: ins Meer.

Ein weit verbreitetes und somit recht erhaben breitenwirksames Kunstwerk.

Tritonbrunnen
Realisierung: Johann Leonard Bromig
Nachempfunden: Fontäne del Tritone von Lorenzo Bernini
zuletzt gesehen am Maxplatz

Nürnberg besitzt keine riesigen Schlösser mit ausufernden Parks, dafür aber die barocken Hesperidengärten. In den öffentliche Parkanlagen orientierte man sich eher an an italienische Vorbildern und integrierte dazu auch Brunnen wie diesen.