Zugbrunnen

Zugbrunnen am Platz vor dem Tiergärtnertor in Nürnberg

Bis etwa Mitte des 14. Jh. lief die Wasserversorgung über Grundwasserbrunnen.

Die Zugbrunnen waren anfangs aus Holz, erst später steinern ausgeführt. Nürnberg besitzt noch einige steinerne Exemplare aus dem 15./17. Jh.. Diese Zugbrunnen weisen sowohl eckige als auch runde Doppelpfeiler am rundem Brunnentrog auf und sind mit einem ziegelbelegten Satteldach abgedeckt.

Beispiele:
- Tucherschloss Schoppershof
- am Hexenhäuschen vor dem Vestnertor
- im Handwerkerhof
- im Waffenhof am Frauentorturm
- am Tiergärtnertor seit 1971 -Foto links

steinerner Ziehbrunnen im Osterschmuick am Weinlander in Kleinreuth bei Nürnberg-Schweinau

Im Johannisfriedhof nördlich der Kirche gibt es noch einen Zugbrunnen aus zwei Vierkantpfeilern mit Segmentbogensturz und Urnenaufsatz.

Diese Brunnen erfüllten damals rein Versorgungstechnische Funktion, sollten hauptsächlich funktionieren. Da war wenig Raum und Sinn für überflüssigen Zierrat. Das änderte sich später. Heute schmücken gerade diese Brunnen wieder das Stadtbild und beeindrucken durch ihre schlichte Schönheit.
Die Zuneigung zum historischen Detail treibt sogar vielsagende Blüten, zeitweise sogar Ostereier zwischen die Säulen. Und das sieht verdammt gut aus.

rechts:
Zugbrunnen am Weinlander im Osterschmuck
in Kleinreuth b. Schweinau / Nürnberg